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The Tide, 2023

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2023 - The Tide

Die in der Ausstellung Stalla Madulain gezeigte Arbeit «the Tide» zeigt erneut eine Sichtweise der Künstlerin auf Zusammenhänge zwischen Natur, Mensch und Kunst. Die Flut ist für Peretti eine geologische Metapher, welche für zahlreiche Veränderungen steht. Die Flut kann mit der Klimaerwärmung in Verbindung gebracht werden. Wie verändern sich die Landschaft, Wohnformen, Gesteine und Gezeiten unter Anhebung des Meeres-spiegels? Klimaerwärmung, Gletscherschmelze, Bergsturz, Flutwellen, tektonische Bewegungen und Kräfte vom Berg zum Meer haben diese Arbeit beeinflusst.

 «The Tide» kann neben dieser geologischen Perspektive auch als Metapher für psychologische oder gesellschaftliche Prozesse betrachtet werden. Die Flut und Ebbe ist für die Künstlerin ein Symbol für Rhythmen in Lebenszyklen. Das kann sich auf individuelle Leben oder gesellschaftliche Entwicklungen beziehen. Die Flut – auf energetischer Ebene für die Künstlerin - ein Atmen können- -ein Kommen und Gehen der Luft- welche am eigenen Körper erfahrbar ist.

Die 3- er Serie ist ein Auszug aus einem Fundus von vierzig malerischen Zeichnungen. Innerhalb des Bildraumes sind vielschichte Ebenen sichtbar. Die Künstlerin hat diese Elemente während einer Reise nach Italien skizziert wobei sie Meeresbewegungen, Architektur und geologische Gesteins-Strukturen beobachtet hat. Im Atelier hat sie diese Skizzen digitalisiert, anhand von einem Beamer überlagert und erneut auf Papier fixiert. Exakte Beobachtungen werden mit Assoziationen überlagert. Das Bild entsteht zwischen Wahrnehmung, Erinnerung, Körperbewegung, Zeichnung, Digitalisierung und Materialisierung zurück auf das analoge Papier. Die Künstlerin vergleicht diesen künstlerischen Prozess mit der «Sedimentation». Das Bild gleicht dem Stein - Spuren auf dem Kleinformat verweisen auf grössere Räume und Prozesse und sprengen so den Raum.

Was vergeht, was bleibt übrig, was entsteht neu?

Christina Peretti möchte zu entstehenden Fragen keine fertigen Antworten liefern, sondern durch ein assoziatives Feld dazu anregen über diese nachzudenken. Ähnlich einem Tauchvorgang können Betrachtende selber wählen wie tief sie in verschiedene Schichten eintauchen möchten.

Copyright Text und Werk by Christina Peretti, Bildende Künstlerin FH, Winter 2023.

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Fractional Crystallization Stromboli, 2024

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  • 3 Stromboli 02 R Web 2500 3000

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  • 5 Stromboli 04 R 2500 X 3000

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2023-25 Fractional Crystallization, Stromboli Volcano

Chinatusche auf Bütten, 70 x 100 cm, Vulkangestein. (Auszug Fundus von 70 Grossformaten und 135 Kleinformaten)

Im Zyklus «Fractional Crystallization, Stromboli» erforscht die Künstlerin die Metapher des Vulkans als Symbol für Transformation und Dualität von Entwicklung und Zerstörung. Sie widmet sich dem Kristallisationsprozess im Vulkaninnern, der für die Entstehung der Mineralien des Stromboli entscheidend ist.

Durch mikroskopische Untersuchungen der Mineralien bringt die Künstlerin verborgene geologische Kräfte und Geschichten ans Licht. Diese Erkenntnisse überträgt sie in analoge Tuschezeichnungen, die sie digitalisiert und mit Hilfe von Überlagerungen und Assoziationen neu interpretiert. In diesem kreativen Prozess entstehen bildnerische Landschaften, Fraktionierungen, die den Betrachter in andere Zeitdimensionen entführen.

Die Künstlerin beschreibt das Erstellen ihrer Tuschezeichnungen als eine Felswanderung ohne Seil, bei der der Fokus auf dem Moment liegt und gleichzeitig die Spuren vergangener Zeiten sichtbar werden.

Die Metapher Vulkan verbindet sich in ihren Arbeiten mit psychologischen und gesellschaftlichen Bezügen, die sowohl in ihrer Biografie als auch in aktuellen gesellschaftlichen Prozessen verankert sind. Für die Künstlerin steht der Vulkan nicht nur für kreative Energie und Entwicklung, sondern auch für Gefahr und Bedrohung, die sie in der heutigen Zeit wahrnimmt.

Autorin: Christina Peretti, Luzern 2025. Copyright by Christina Peretti.

Unterstützt durch Förderbeiträge Visarte Graubünden und Casimir Eigensatz Stiftung Luzern. 

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Sediments of time, 2022

Sediments of time, 2022

«sediments of time», Bleistift und chinesische Tusche auf Bütten, 70 x 100 cm, 2022.

(Serie aus der Sammlung von 40 Zeichungen.) 

Die Arbeit befasst sich mit dem Gedächtnis und der Assoziation. Die Künstlerin hat Kippmomente zwischen dem Mikro- und dem Makrokosmos, sowie Prozesse des Werdens und Vergehens untersucht.

Sediments of time, no1, 2022

Auf täglichen Spaziergängen im Wald nimmt die Künstlerin Natureindrücke mit der Kamera auf. Im Atelier untersucht sie gefundene Mineralien und Pflanzen unter dem Mikroskop und überträgt Beobachtungen in Zeichnungen auf Büttenpapier. Dabei entsteht eine Überlagerung der exakten Beobachtung mit Assoziationen und Erinnerungen.

Abläufe der Erinnerung vergleicht die Künstlerin mit der Sedimentation. Schicht um Schicht überlagern sich Sehspuren auf dem Blatt, wobei ein verdichteter Raum entsteht. Weiter hat sich die Künstlerin mit dem Klimawandel beschäftigt. Geologische Prozesse- etwa Bergstürze - stehen mit der Verschiebung von Klimazonen und der Veränderung der Vegetation in Verbindung. Der Fokus wurde daher vom Gestein auf Pflanzen erweitert. 

Sediments of time, no2, 2023

Im Medium Video werden parallel digitale Zeichnungen zum Thema Vulkan erstellt. Diese Animationen werden mit einem Beamer auf die Sedimentstrukturen eines Gletschersteines projiziert und abgefilmt. Dabei überlagern sich die durch geologische Prozesse entstandenen Naturspuren mit einer künstlerisch hergestellten Linie. Die Künstlerin möchte den Gegensatz zwischen einem erstarrten Gletscherstein und der Bewegung einer hervorbrechenden, vulkanischen Kraft untersuchen. Dabei treten im Gestein gespeicherte Erinnerungsspuren an Hitze, Kälte, tektonische Prozesse hervor: Sedimente vergangener Räume und Zeiten. Die Pole Gletscher und Vulkan werden untersucht und beinhalten inhaltliche Bezüge zur globalen Erwärmung. (Die Videoarbeit befindet sich aktuell in Produktion)

Die Arbeit "sediments of time" zeigt Archive vergangener wie sich neu öffnenden Zeiträume, wobei die Zeit-Chronologie durchbrochen wird. Die Kunst-Sedimente können auf künstlerischer, geologischer oder gesellschaftlicher Ebene betrachtet und interpretiert werden.

Die Arbeit ist ein Folgeprojekt der Arbeit "Fleeting Lines", 2017 und "walk of lines", 2010.

Copyright by Christina Peretti 2021-23.

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2010 - Walk of Lines Nr.2

Walk of Lines, Nr.2, 2010.

Videoloop, HDV, 4`53 min, 7`56 min


Die Videoarbeiten zeigen den Aufbau von Kristallzeichnungen in Bild und Ton. Die Bildschirme fungieren als Spiegel kristalliner Wachstumsprozesse.

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